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 Institut für Deutschland- und Europastudien

Vom 7. bis zum 21. September 2016 fand an der BSU die 7. Sommerschule „Belarus und Tschernobyl: 30 Jahre nach dem Super-GAU“ statt. Zwei Wochen setzten sich die Studierende aus Deutschland und Belarus mit den Fragen der Tschernobyl-Tragödie, der belarussischen Energiepolitik und alternativen Energien auseinander.

Zusammen mit eingeladenen Experten besprachen die Teilnehmer solche Themen wie z.B., der Strahlungseinfluss auf die Gesundheit der Menschen, die internationale Hilfe und Zusammenarbeit bei der Beseitigung der Folgen von der Tschernobyl-Katastrophe sowie der Bau eines neuen Atomkraftwerkes.

Die Gruppe besuchte das Internationale Sacharow-Institut für Ökologie in Minsk und reiste nach Gomel, wo sie am Institut für Radiologie und im Zentrum für Strahlenmedizin war. Als Höhepunkt der Reise war der Besuch im Polessker Radioökologischen Schutzgebiet.

Neben  zahlreichen Vorträgen und Seminaren wurde auch ein abwechslungsreiches Kulturprogramm organisiert, wobei die Teilnehmer belarussische Geschichte und Kultur kennenlernten. Am Wochenende waren die Teilnehmer im ethnografischen Museum „Strotschicy“, das nicht weit von Minsk liegt.

Den Abschluss bildete der Vortrag „Tschernobyl im Verständnis der belarussischen Bevölkerung“ von einem Vertreter der Geschichtswerkstatt. Dank der Sommerschule bekamen deutsche und belarussische Studenten den Eindruck, dass obwohl  schon 30 Jahre nach der Katastrophe vergangen sind, dieses Thema trotzdem aktuell bleibt und weiter bearbeitet werden muss.

Das IfD-Team bedankt sich bei allen Teilnehmern, Lehrern und Referenten für die Teilnahme an der Sommerschule!

 

Feedback der Teilnehmer der Sommerschule 2016

 

Stephanie Elodie Nagel, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

 

Die Sommerschule waren für mich zwei tolle Wochen, an die ich immer gerne zurückdenken werde. Die Organisation war zuverlässig und unkompliziert. Besonders interessant war die Mischung aus Teilnehmern verschiedenster Fachrichtungen. Das Programm war nicht zu voll, sodass uns genug Zeit blieb, Minsk zusammen mit den belarussischen Studentinnen zu erkunden, die sich sehr gut um uns kümmerten. Ein Höhepunkt war für mich die Exkursion ins Polessker Staatliche Radioökologische Schutzgebiet. Ich hatte nicht erwartet, dass wir dabei sogar den neuen Sarkophag in der Ferne sehen können. Außerdem hat mir gefallen, dass wir neben dem eigentlichen Thema der Sommerschule auch etwas über die belarussische Geschichte und Kultur lernen konnten, zum Beispiel beim Besuch des NS-Vernichtungslagers Maly Trostenez und des Freilichtmuseums „Strotschizy“. Vor der Sommerschule hatte ich keine persönliche Beziehung zu Belarus, doch jetzt habe ich viele schöne Erinnerungen mit nach Hause genommen und kann in Deutschland allen davon erzählen.

 

 

 

Markus Niedobitek,  Europa-Universität Viadrina

 

Insgesamt war die Sommerschule für mich eine tolle und lehrreiche Erfahrung. Ich habe viel gelernt und interessante Menschen kennengelernt. Überrascht hat mich die Vielfalt der Positionen: Es gab auch und gerade zum Thema Atomenergie durchaus konträre Meinungen – von der offiziellen, staatlichen Linie, die klar für Atomenergie ist und die Folgen von Tschernobyl dementsprechend eher herunterspielt, bis zu kritischeren Sichtweisen, die den Bau eines neuen Atomkraftwerkes in Belarus eher ablehnend gegenüberstanden. Die Organisation der Sommerschule war äußerst gut und flexibel: so musste z.B. kurzfristig das Wohnheim aus Platzgründen gewechselt werden. Auch die Balance zwischen Pflichtprogramm und Freizeit war sehr gelungen. Leider vergingen die zwei Wochen sehr schnell – vielleicht zu schnell, um einen wirklich fundierten Eindruck zu erhalten –, aber umso mehr freue ich mich darauf, hoffentlich bald wieder einmal nach Belarus – bzw. Minsk – zu fahren.